AR-Try-on

Ein Echtzeit-Erlebnis, bei dem 3D-Produktmodelle über das Live-Kamerabild der Kundschaft gelegt werden.

Was ist ein AR-Try-on?

Das AR-Try-on (Augmented Reality Try-on) nutzt die Kamera des Endgeräts, um ein 3D-Produktmodell in Echtzeit über das Live-Bild der Kundschaft zu legen. Das Produkt macht dabei jede Bewegung mit: Dreht man den Kopf, sieht man die Brille aus einem anderen Winkel; bewegt man den Fuß, dreht sich der Sneaker mit.

Es ist die etablierteste Form der virtuellen Anprobe für starre Produkte, deren Form sich nicht an den Körper anpasst: Brillen, Uhren, Ringe, Make-up und Schuhe.

Live-AR-Anprobe einer Sonnenbrille über eine Handykamera
Live-AR-Anprobe einer Sonnenbrille über eine Handykamera

Wie es funktioniert

  1. Tracking: Das Kamerabild wird Bild für Bild mittels Face-Tracking oder Pose Estimation analysiert, um Ankerpunkte (Augen, Handgelenk, Füße) zu erkennen.
  2. Laden des 3D-Modells: Ein vorab erstelltes 3D-Asset des Produkts (z. B. eine .glb-Datei) wird abgerufen.
  3. Rendering: Das Modell wird an den Ankerpunkten fixiert und in das Live-Video integriert. Für den nötigen Realismus sorgen dabei angepasste Beleuchtung und die Berechnung von Verdeckungen (Okklusion).
  4. Interaktion: Kundinnen und Kunden können Farben oder Modelle wechseln, ohne die Kameraansicht verlassen zu müssen.

Das AR-Try-on funktioniert in einer nativen App oder direkt im Browser (oft als WebAR bezeichnet) – so entfällt der Download einer zusätzlichen App.

AR-Try-on im Vergleich zum generativen KI-Try-on

Vergleich zwischen dem Live-Overlay eines AR-Try-ons und einem Foto aus dem generativen KI-Try-on
Vergleich zwischen dem Live-Overlay eines AR-Try-ons und einem Foto aus dem generativen KI-Try-on
AR-Try-onGeneratives KI-Try-on
ErgebnisInteraktives Live-Video-OverlayStatisches, generiertes Bild
Typische ProdukteStarre Artikel: Brillen, Uhren, SchuheKleidung: Oberteile, Kleider, Strickwaren
Einrichtung pro Produkt3D-Asset pro SKUKeine (nutzt vorhandene Produktfotos)
Realismus der StoffeBegrenztHoch (Faltenwurf, Textur, Beleuchtung)

Beide Ansätze ergänzen sich perfekt: AR eignet sich für formstabile Produkte, bei denen Live-Interaktion wichtig ist. Der Garment Transfer ist hingegen ideal für Mode, da der Stoff je nach Körperform und Pose neu gerendert werden muss.

FAQ

Deine Fragen, beantwortet.

Warum ist Kleidung für ein AR-Try-on so schwierig?

Stoff verformt sich mit jeder Körperform und jeder Bewegung. Ein starres 3D-Kleidungs-Overlay kann einen realistischen Faltenwurf in Echtzeit nicht wiedergeben. Deshalb wird für die Anprobe von Kleidung in der Regel stattdessen generative KI auf Basis eines statischen Fotos verwendet.

The 30-second version

Verwandte Begriffe

Augmented Reality (AR)
Technologie, die digitale Inhalte (3D-Modelle, Bilder, Informationen) über eine Live-Ansicht der realen Welt legt.
Virtuelle Umkleidekabine
Ein digitales Erlebnis, mit dem Kunden vor dem Online-Kauf sehen können, wie Kleidung an ihnen aussieht.
Pose Estimation
Computer-Vision-Technologie, die die Position von menschlichen Körpergelenken und markanten Punkten in Bildern oder Videos erkennt.
Garment Transfer
Der KI-gestützte Prozess, bei dem ein Kleidungsstück von einem Produktfoto auf das Bild einer Person übertragen wird.

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